Zeit, Blende, ISO - was ist das, und wie funktioniert das?

Einsteigerwissen Teil 1:

Zeit, Blende, ISO - was ist das, und wie funktioniert das?

Grundsätzlich gilt:

3 Faktoren spielen zusammen, um ein korrekt belichtetes Bild zu ergeben:
  • Blende
  • Zeit
  • Empfindlichkeit (ISO)

Blende und Zeit sind gestalterische Elemente, da sie das Aussehen des endgültigen Bild gezielt beeinflussen können.

Blende:

Die Blende ist im Objektiv das, was die Pupille in unserem Auge ist: Eine Scheibe mit veränderbarer Öffnung

Sie funktioniert auch genauso.

Je grösser die Blendenzahl, umso kleiner wird diese Öffnung.

Gesteuert wird damit die Menge des Lichts, das das Objektiv durchqueren darf.

Allerdings wird nicht nur die Lichtmenge dadurch beeinflusst, sondern auch der s.g. Tiefenschärfebereich; das ist der Bereich in deinem Bild, (in der Tiefe) der scharf abgebildet wird.

Je weiter du die Blende öffnest (kleinere Blendenzahl) um so kleiner wird dieser Bereich, und umso exakter muß man focussieren. 

Im Portrait-Bereich wird dieser Effekt gerne eingesetzt, indem man auf ein Auge focussiert, und nur ein knapper Bereich vor und hinter dem Auge scharf abgebildet wird.

Diese Technik bezeichnet man auch als "Freistellen", da das scharfe Gesicht sich so deutlich vom unscharfen Hintergrund abhebt.

Wenn du von vorne bis hinten alles scharf abbilden willst (Landschaft z.B.), hilft nur Abblenden (grössere Blendenzahl)

Hier gibt es aber eine Grenze, da es ab ca. f/16 bei den meisten Objektiven zu s.g. Beugungsunschärfen kommt.

Da die Blende im Normalfall ganz geöffnet ist, und nur wärend der eigentlichen Belichtung auf die eingestellt Arbeitsblende geschlosse wird, um ein möglichst helles Sucherbild zu erhalten, verfügen DSLRs über eine s.g. Abblendtaste.

Durch Betätigen dieser Taste wird die Blende auf die Arbeitsblende geschlossen,und man kann im Sucher den Tiefenschärfebereich sehen. (gleichzeitig wird das Sucherbild natürlich dunkler)

Wenn man diese Taste betätigt, und von vorne in das Obkjektiv schaut, kann man der Blende bei der Arbeit zuschauen.

Zeit:

Damit dein Bild nicht verwackelt, ist es erforderlich, eine ausreichend kurze Belichtungszeit zu wählen. Wie kurz diese ist, hängt stark von der verwendeten Brennweite ab und der Stuation ab. 

Je grösser die Brennweite (Tele) um so schwieriger ist es die Kamera ruhig zu halten.

Als Folge wählt man eine entsprechend kürzere Belichtungszeit. (oder nutzt ein Stativ)

Früher nannte man als Faustregel für die Belichtungszeit:

Brennweite in mm = 1/Brennweite sec

Bsp.: 200mm Brennweite = 1/200s

Bei modernen Kameras mit hoher Auflösung sollte man eher deutlich kürzere Zeiten anstreben.

Je nach individueller Qualität der "ruhigen Hand" ist eine halbierung dieses Wertes in jedem Fall eine gute Idee.

Bei Sportfotografie und Objekten, die sich schnell bewegen braucht man noch kürzere Belichtungszeit, da es sonst zu Bewegungsunschärfen kommt.

Dennoch kann es reizvoll sein, eine "zu lange" Zeit zu wählen, um dem Bild eine besondere Dynamik zu verleihen. (Stichwort "Mitzieher")

Ein gutes Beispiel ist ein fließendes Gewässer.

Wenn man das mit einer kurzen Belichtungszeit aufnimmt, kann man jeden Tropfen im Bild "einfrieren".

Bei längerer Belichtungszeit entsteht dagegen ein "weiches Fliessen".

Bei Stativeinsatz kann man auch Langzeitbelichtungen über mehrere Sekunden, Minuten oder sogar Stunden machen, da dort die Gefahr des Verwackeln nicht so stark gegeben ist. (aber nicht automatisch NULL ist!)

Aber das ist ein separates Thema.

Iso:

Der ISO-Wert bestimmt die Empfindlichkeit deines Sensors, und damit wieviel Licht für ein korrekt belichtetes Bild erforderlich ist.

Je grösser dieser Wert, umso empfindlicher arbeitet der Sensor, und umso weniger Licht benötigen wir.

Diese Einstellung hat keinen gestalterischen Einfluss auf das Bild, allerdings kann man durch die Wahl grösserer ISO-Werte weiter abblenden und/oder kürzere Belichtungszeiten verwenden.

Das Arbeiten mit grossen ISO-Werten hat aber seine Tücken, da mit zunehmender ISO-Zahl auch das Bildrauschen des Sensor zunimmt.

Daher gilt hier die Faustregel: ISO immer so niedrig wie möglich, und so hoch wie nötig!