Kleiner Leitfaden zum Lampenkauf

Wenn man anfängt, Lost Places zu erkunden, stellt man sehr schnell fest, daß man unbedingt eineoder mehrere Taschenlampe(n) braucht.

Diese Lampe braucht man in ganz unterschiedlichen Situationen:

  • zum Einstellen der Kamera in dunkler Umgebung
    • die Lampe muss dimmbar sein
  • zur Orientierung
    • die Lampe muss dimmbar sein
  • als Hilfsmittel zur Belichtung
    • die Lampe muss focusierbar und leistungsstark sein

Dabei werden an die Lampe selbst zusätzliche Anforderungen gestellt:

  • Zuverlässigkeit
    • Wasserfestigkeit
    • mechanische Robustheit
  • Lichtausbeute
  • Betriebsdauer

Technologie

Bei der Technologie landet man heute zwangsläufig bei der LED-Technik.

Das ist die Einzige Technologie, die einen so hohen Wirkungsgrad erreicht, daß Hochleistungslampen wirlich trgabar sind.

Dieser Report wird sich also auf LED-Technlogie beziehen.

Probleme:

Lichtfarbe

Das Spektrum einer Leuchtdiode ist alles andere als ideal für einen Fotografen.

Eigentlich gibt es gar keine weissen LEDs.

Der Eindruck des weissen Licht wird erreicht, indem eine blaue Led einen gelben Phosphor zur Leuchten anregt.

Das Gemisch daraus sieht auf den ersten Blick weiss aus.

Auf den 2. Blick offenbart sich bei LED-Licht, daß bestimmte Farben komplett absaufen.

DasProblem ist bei LEDs system-imanent, und nicht ohne weiteres zu beseitigen.

Dagegen gleicht das Spektrum einer Glühlampe einem Rauschen.

Focusierung

Die Steigerung der Leistung einer LED wird i.d.R. durch Vergrösserung der Chip-Fläche erreicht.

Die gesammte emmitierte Lichtmenge steigt dadurch natürlich an, aber das Focusieren wird dadurch deutlich schwieriger.

Das dürfte einer der Gründe sein, warum Led Lenser in seinen Hochleistungslampen nicht einen grossen, sondern mehrere kleine Chips verwendet.

Im Gegensatz zu einer Glühlampe, deren Glühfaden eine omnidirektionale Lichtquelle darstellt, und die mit einem Parabolreflektor nahezu perfekt focusierbar ist, handelt es sich bei einer LED um eine flächige, gerichtete Lichtquelle, für deren Focusierung man eine Optik benötigt, die der der eines Dia-Projektor ähnelt.

Die Optik vor dem Chip entscheidet über die Lichtverteilung....wenn da geschlampt wurde, nützt die hellste LED nichts.

Abwärme

HochleistungsLEDs produzieren auf sehr kleiner Fläche extrem viel Verlustleistung. Die Probleme, diese Wärme abzuführen steigen mit der Leistung exponentiell an.

Schon bei 10W-Leds braucht man Heat-Pipes, wie wir sie von Prozessorkühlern kennen.

Das ist in einen "handlichen" Lampe kaum zu machen.

Ein weiterer Grund, warum HighEnd-Lampen mehrere Chips verwenden.

Laufzeit

Wenn man auf der Led Lenser-Seite z.B. bei der X7R mit ihren 2 LEDs und 500 Lumen liesst: 7,5h, dann stellt man auf den 2. Blick fest, daß die Angabe durch 2 Sternchen gekennzeichnet ist.

Wenn man weiter unten auf der Seite danach sucht, liesst man in recht kleiner Schrift folgendes:

Durchschnittliche Leuchtdauer der niedrigsten Stufe bis zu einem Lichtstrom von 1 Lumen.

Das heist aber auch, daß der Akku bei 100% Leistung in weniger als 1h leer ist!

Als Quintessenz kann man also folgende Fakten festhalten:

  • die Optik ist wichtiger als die nominale Lichtleistung.
  • alles, was über 300 Lumen für einen einzelnen Chip angegeben wird, ist entweder unrealistisch, oder nur für wenige Minuten machbar
  • man sollte sehr genau auf die "Tankgrösse"...also die Energiemenge, die die Stromversorgung hergibt achten!

 

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Kommentare

Vielen Dank Harry, sehr interessanter Artikel. Da sieht man doch, wie gut und effektiv der gute alte Glühwendel doch ist. Xenon z.B. ist sehr effektiv.Meinst du, Taschenlampen mit alter Technik haben noch eine Chance?Viele Grüße, Thomas